Helena Klaus "1..2..3..4...Eckstein"
„Wenn ich male, schreibe
ich meine Geschichte auf“
Galerie Gruppe 10 zeigt Helena Klaus vom 1. August bis 5. September
Bielefeld. Helena Klaus gilt als die Entdeckung des Kunstjahres 2008. Und die Bielefelder Galerie Gruppe 10 zeigt die neuen Werke der jungen Malerin in einer umfangreichen Einzelausstellung vom 1. August bis zum 5. September unter dem Titel „1…2…3…4…Eckstein – nichts darf mehr versteckt sein“.
Ihr Stil ist einzigartig: Helena Klaus malt aus der Erinnerung. „Mit meiner Mutter sehe ich mir alte Fotoalben aus unserer Zeit im Ostblock an, und dabei kommen mir viele Momente meiner Kindheit wieder ins Gedächtnis.“
Helena Klaus, 1983 geboren in Alexandro-Kalinova (Ukraine), ist ein Kind des sowjetischen Umbruchs. Die Wirren dieser Zeit erlebte sie in dörflicher Idylle, umgeben von kilometerweiten Weizenfeldern. Im Alter von zwölf Jahren zog sie 1996 mit ihrer Familie nach Berlin. Dort angekommen, verspeiste sie gleich am ersten Abend zwei Gläser Nutella, ganz allein und mit unangenehmen Folgen für alle Anwesenden. Heute ist sie eine echte Berlinerin mit russischer Seele.
Im kommenden Januar schließt sie ihr Kunststudium in Paderborn ab und assistiert dort im Atelier des erfolgreichen Pop-Malers Herman Reichold. »Seit zwei Jahren arbeitet Lena bei mir, ihr Potenzial ist enorm. Zuerst hat sie ihre neue Welt gemalt. Dann habe ich ihr klar gemacht, dass sie ihre alte Welt malen muss«, so Herman Reichold. der den Stil der 26-Jährigen auf den Punkt bringt: »Neo-Realismus mit einem Hauch Leipziger Schule. Und in Lena sind noch viele Ideen und Gedanken für sehr persönliche Motive.“
In ihrer zweiten Einzelausstellung zeigt Helena Klaus Ausschnitte und Erinnerungen ihrer Kindheit. Weder Trauer noch Wehmut gibt sie in ihren Arbeiten Platz. »Es war der schönste Schock meines Lebens, als wir damals die Seiten von da nach hier gewechselt haben«, sagt sie heute noch mit einem Lächeln. Diese Leichtigkeit und Lebensfreude zeigen sich dem Betrachter ihrer Bilder unverblümt. Sie springen jeden förmlich an. Ein Augenschmaus mit Herz und Seele.
„Wenn ich male, schreibe ich meine Geschichte auf. Und ich habe gelernt, meine Bilder besser in Worte zu fassen“, sagt sie ganz offen. Im Umgang mit der Kunst und in ihrem Stil ist Helena Klaus sichtbar mutiger geworden. „Onkel Sascha“ ist ein Bild betitelt, das einen ihrer Verwandten zeigt. Auf der Uniformjacke ist das Abzeichen einer Panzereinheit zu erkennen. Wie Helena Klaus Licht und Augen malt – auch das macht ihre großformatigen Porträts so besonders.
Der Titel der Ausstellung zitiert einen Abzählreim beim Versteckspiel. Bei „Eckstein“ handelt es sich um eine Zigarettenmarke mit einer Fünf auf der Packung. Mit dem Bild eines Mädchens, das sich beim Zählen die Augen zuhält, ist die Idee zum Titel der Ausstellung entstanden.
Die Bielefelder Galerie Gruppe 10, Hans-Sachs-Straße 4 (ehemaliges Kreiswehrersatzamt, Eingang im Hof), zeigt Helena Klaus vom 1. August bis zum 5. September montags und dienstags von 15 bis 18 Uhr sowie mittwochs von 17 bis 20 Uhr. Die Ausstellung wird am Samstag, 1. August, um 20 Uhr eröffnet. Sonderöffnungszeiten: Samstag, 29. August, und Sonntag, 30. August, jeweils von 11 bis 19 Uhr im Rahmen der Offenen Ateliers Bielefeld.
www.gruppe10.net
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