Ausstellung:
Helena Klaus "Hautnah"
Sonntag, 12. September, 11 - 19 Uhr bis
Freitag, 1. Oktober 2010







Helena Klaus, Malerei
Mediale Voraussetzungen sind Vorgaben. Helena Klaus ist sich dessen bewusst und in einem beinahe ironischen Twist instrumentalisiert sie die Maximen und produktionsästhetischen Modi des sozialistischen Realismus, indem sie diesen dekontextualisiert und entpolitisiert. Sie entzieht ihre Sujets der Ideologie und verbannt sie auf eine rein private Ebene, in den Bereich, welchen der Totalitarismus eigentlich niemals zulassen wollte. Durch die Privatisierung einer doktrinären Kunstpraxis gelingt es der Künstlerin deren unter der Ideologie niemals zum Vorschein kommenden Qualitäten und Schönheiten hervorzuzaubern. Sie rettet mit den Mitteln des ästhetischen Rigorismus das — zuvor durch ihn bedrohte — Persönliche und damit die Kunst selbst, indem sie diese zur Memorierung des Ureigenen zu nutzen weiß. Das ermöglicht auch die Herstellung der dörflichen und familiären Idylle auf ihren Bildern, jenseits der Wirren des politischen Umbruchs, welcher sich zur Zeit ihrer Bilderfahrungen abspielte. Ihre Landschaften, Orte und Familienmitglieder sind nicht die inszenierten Musterprodukte des Sozialismus. Es ist ihre Landschaft und ihre Idylle, gesehen und damit geschaffen durch ihr Auge. Auf diese Weise verselbständigt sich der Bildgehalt gegenüber seiner medialen Konstruiertheit, gegenüber dem medialen Arrangement als ein Bleibendes.
Dr. Torsten Voss, Universität Bielefeld

Vernissage „Hautnah“ und Eröffnung der Galerie in den neuen Räumlichkeiten für geladene Gäste:
Samstag, 4. September 2010, 17.00 Uhr
Sonntag, 12. September 2010, 11.00 - 18.00 Uhr
Die Ausstellung geht bis zum 1. Oktober 2010.